Verfahren
Funktionelle Radiofrequenzablation
Langanhaltende Linderung chronischer Schmerzen über gezielte elektrische Impulse — ohne Operation.
Was ist die Radiofrequenzablation?
Die funktionelle Radiofrequenzablation (RFA) ist ein modernes, minimal-invasives Verfahren zur langanhaltenden Behandlung chronischer Schmerzen. Mit gezielten, hochfrequenten elektrischen Impulsen wird die Schmerzweiterleitung an einer bestimmten Nervenfaser beruhigt.
In der von mir bevorzugten gepulsten Variante (PRF) wird der Nerv nicht zerstört, sondern in seiner Funktion moduliert. Das Gewebe bleibt erhalten — die Schmerzweiterleitung wird über Monate bis Jahre deutlich reduziert.
Wann diese Behandlung sinnvoll ist
- Chronische Schmerzen aus den Facettengelenken (Rücken, Nacken)
- Anhaltende Nervenwurzelreizung, die auf Infiltrationen anspricht
- Schmerzen nach Bandscheibenoperationen (Anschlussbeschwerden)
- Bestimmte chronische Gelenk- und periphere Nervenschmerzen
- Schmerzbilder, bei denen wiederholte Infiltrationen nur kurzfristig wirken
Voraussetzung ist immer eine vorausgegangene diagnostische Blockade, die die Schmerzquelle bestätigt hat.
Wie die Behandlung abläuft
Die RFA erfolgt ambulant in der Praxis und dauert insgesamt etwa 30–45 Minuten:
- Ausführliche Aufklärung und ruhige Lagerung
- Lokalanästhesie der Behandlungsstelle
- Platzierung der dünnen Sonde unter Bildkontrolle
- Sensorische und motorische Testreizung — damit die Sonde exakt am Zielnerv liegt
- Anwendung der gepulsten Radiofrequenz (einige Minuten)
- Kurze Nachbeobachtung
Anschliessend können Sie nach Hause. Die Alltagsbelastung ist nach 24–48 Stunden wieder uneingeschränkt möglich.
Wirkung und Grenzen
Die Wirkung tritt nicht sofort ein, sondern entwickelt sich über zwei bis vier Wochen. Viele Patientinnen und Patienten erleben anschliessend eine deutliche Schmerzlinderung über mehrere Monate, häufig länger als ein Jahr. Die Behandlung ist wiederholbar.
Die RFA ist keine Heilung der zugrundeliegenden Erkrankung, sondern eine wirksame Schmerzbehandlung. Sie ergänzt — ersetzt aber nicht — Physiotherapie und Bewegungstherapie.
Sicherheit und Verträglichkeit
Die gepulste Radiofrequenz ist ein gewebeschonendes Verfahren ohne thermische Zerstörung. Sie wird seit den 1990er Jahren erfolgreich eingesetzt und ist gut wissenschaftlich untersucht. Nebenwirkungen sind selten — etwa lokale Druckempfindlichkeit für wenige Tage.
Häufige Fragen
Wird der Nerv dabei zerstört?
Nein. In der gepulsten Variante (PRF) bleibt der Nerv strukturell erhalten — seine Schmerzweiterleitung wird lediglich beruhigt.
Wie lange hält die Wirkung?
Häufig viele Monate bis über ein Jahr. Bei nachlassender Wirkung lässt sich die Behandlung wiederholen.
Spürt man etwas während der Behandlung?
Ein leichtes Kribbeln oder Wärmegefühl an der Behandlungsstelle. Schmerzen sind unter Lokalanästhesie selten.
Ist die Behandlung wissenschaftlich anerkannt?
Ja. Die RFA ist seit Jahrzehnten etabliert und durch zahlreiche Studien belegt — insbesondere bei Facettengelenkschmerzen.
Kontaktaufnahme: Termine vereinbaren Sie telefonisch unter 062 212 12 00 oder über das Kontaktformular. Eine Online-Buchung bieten wir bewusst nicht an.